Einladung zur Diskussion mit Gewerkschaftsaktivisten aus Sri Lanka_Deutsch

am Montag dem 7. April um 18 Uhr im IG Metall Haus, Raum 112

Veranstaltungsort :Alte Jakobstr. 149,PLZ:-10969_IG Metall Berlin

Um interessierten Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit zu geben, sich aus erster Hand über die Situation von ArbeiterInnen in diesem vom Bürgerkrieg erschütterten Land zu geben haben wir den Kollegen PD Saranapala, der sich bis zu 10. April in Deutschland aufhält eingeladen.

Um einen Überblick über die erwartete Teilnehmerzahl zu bekommen, bitten wir dich um Rückmeldung an BerlinAKI@aol.com

PD Saranapala ist ein Veteran der linken Gewerkschaftspolitik in Sri Lanka. 1976 wurde er in jungen Jahren Vorsitzender einer damals großen Gewerkschaft im Gesundheitssektor. Anfang der 80er-Jahre war Sri Lanka Experimentierfeld extremer neoliberaler Deregulierung und Anti-Gewerkschaftspolitik. Als Konsequenz schwerer Niederlagen und des Zerfalls der damals in den Gewerkschaften dominierenden Linkspartei LSSP, ist die Gewerkschaftsbewegung in Sri Lanka heute in viele kleine Gewerkschaften aufgespalten. Das Land ist außerdem seit den 80er-Jahren von einem heftigen Bürgerkrieg gegen die tamilische Minderheit betroffen, der von den Regierenden auch als Waffe gegen gewerkschaftliche Aktivität und zur Spaltung der Beschäftigten benutzt wird. Die gegenwärtige Regierung treibt den singhalesischen Chauvinismus im Rahmen ihres “Anti-Terror”-Kriegs auf die Spitze. Die Regierungspolitik, die jeden Monat die “Vernichtung des Gegners” im nächsten Monat verkündet, nimmt inzwischen eine Inflation von 21% und beständige Abwertung der Landeswährung in Kauf. In einem bitterarmen Land bedeutet die ständige Verteuerung elementarer Güter, dass selbst diejenigen, die in Lohnarbeit stehen, kaum mehr von ihrer Arbeit leben können.

In dieser Situation hat sich ein Bündnis vieler Gewerkschaften Sri Lankas gebildet, das in den letzten Monaten Streiks und Demonstrationen (die z.B. den großen Platz vor dem Hauptbahnhof von Colombo gefüllt haben) gegen die unerträglichen Lebensbedingungen durchgeführt hat. Nach ergebnislosen Gesprächen mit der Regierung ist eine weitere Zuspitzung im nächsten Monat zu erwarten. Die “Janaraja United Health Workers Union” (deren Vorsitzender PD Saranapala ist) beteiligt sich an diesem Bündnis. Außerdem ist sie führend an einem Bündnis verschiedener Gewerkschaften gegen den Krieg beteiligt. In ihrer Gewerkschaft (und der befreundeten Gewerkschaft der Plantagenarbeiter) sind sowohl Singhalesen als auch Tamilen aktiv.

Sowohl aufgrund der wirtschaftlichen Situation, als auch aufgrund der politischen Repression (sowohl gegen Tamilen als auch gegen Gewerkschafter) sind die KollegInnen auf Solidarität in jeder Hinsicht angewiesen. Ein erster Schritt ist Information über die hierzulande wenig beachtete Situation in diesem Teil des aufstrebenden Produktionsstandorts “indischer Sub-Kontinent”. PD ist dafür ein gewichtiger Zeuge aus der gewerkschaftlichen und sozialistischen Bewegung.

Rückmeldung an BerlinAKI@aol.com

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